Dienstag, 17. November 2015

Österreicher sind fantastische Menschen!

Das Cavalluccio-Team. Miro im weißen Hemd.


Das Cavalluccio zählt zu den besten Fischrestaurants Oberitaliens. Ist man einmal im Großraum Triest, ist beim Cavalluccio zu speisen so etwas wie eine heilige Pflicht. Österreicher werden von diesem Ort wie magisch angezogen. Einen Tag vor unserem Besuch soll zum Beispiel Ex-Finanzminister Rudolf E. zu Gast gewesen sein. Früher kam auch Jörg H. gelegentlich vorbei, jetzt macht er das nicht mehr. Wir sprachen mit Miro, dem Chefkellner mit serbischen Wurzeln, über das Leben in Duino. (Textauszug)

So schaut's aus, von außen, am Abend.



Miro, von wo kommen Sie her?
Miro: Aus Novi Sad in Serbien. Ursprünglich heiße ich Miroslav, aber hier nennen mich alle Miro.

Ihre Deutschkenntnisse sind sehr gut.
Miro: In Novi Sad ging ich in ein Gymnasium, danach in eine Sprachenschule, Deutsch lernte ich aber nie. Doch hier haben wir 70 Prozent österreichische Gäste und Angst vor der Sprache hatte ich auch nie. Heute um 13 Uhr war die Terrasse voll mit Österreichern, erste Italiener kamen erst um 14 Uhr.

Von wo kommen die Gäste?
Miro: Wir haben viele Salzburger, Wiener, aber ich habe auch viele Freunde in Leoben. Es kommen neben Italienern auch Deutsche und Schweizer.


Sonnenuntergang auf der Terrasse. Vorne, Meer!


Gibt es hier mental Unterschiede?
Miro: Der Deutsche schaut beim Essen auf den Preis, der Schweizer will gut essen, aber weniger bezahlen, der Österreicher isst was gut ist, das muss jetzt auch nicht günstig sein. Einheimische Gäste sind manchmal schwierige Gäste. Er will den Wein genau mit 12 Grad, er will den besten Tisch, will nicht warten.

Interessant!
Miro: Ich habe wirklich viel in Europa und der Welt gesehen, aber ich glaube, ohne zu übertreiben, das beste Leben findet in Österreich statt. Ich will nicht schmeicheln, aber Österreicher sind fantastische Menschen.

Das hört der Österreicher nicht oft. Meine Gesichtsfarbe nimmt sichtlich zu.
Hier in Duino gibt es eine kleine österreichische Kommune. Manche kauften sich hier ein Haus und andere heirateten auch einen Italiener.


Superbe Weine, passend zum Fisch.



Jetzt weiß ich, warum uns die Einheimischen nicht so gerne haben, aber egal. Wie schaut es mit euren slowenischen Nachbarn aus, kommen die oft?
Slowenien hat noch nicht ganz den Kommunismus verdaut. Hier ist noch immer alles zu teuer für sie. Slowenen gehen auf Urlaub lieber nach Kroatien. Aber auch wir tun uns schwer. Rijeka hat zum Beispiel einen größeren Hafen und ist billiger. In Manzano werden zum Beispiel fast keine Stühle mehr erzeugt. Die Industrie wandert nach China oder Kroatien ab. Die Menschen hier gehen nach Slowenien tanken und lassen sich dort die Zähne richten. Aber es gibt auch Chance: Wir haben zum Beispiel den bester Weißwein Italiens. In Triest hat letztes Jahr der Tourismus zugenommen, in Grado oder Lignano nicht.

Fühlen Sie sich als Italiener?
Ich bin italienischer Staatsbürger und bleibe sicher hier. Wenn im Fußball Italien gegen Serbien spielt, schlägt mein Herz für Serbien, das meiner Kinder für Italien. Wir hier in Duino haben die schönste Sonne Europas, dazu ein wunderschönes Meer und die Alpen sind 50 km entfernt. In zwei Stunde bin ich in Venedig, in vier in Wien und Italien ist für mich das schönste Land der Welt.


15. Februar - 29. November geöffnet. Dienstag Ruhetag. Reservieren ist sinnvoll!